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Veggi für 8 Wochen

Vor ein paar Monaten habe ich mal wieder einfach so im Internet gesurft. Das mache ich nicht oft - eigentlich nur wenn ich Langeweile habe. Ich landete zuletzt auf Youtube und schaute Dokumentationen über arme, kleine männliche Küken die lebendig geschreddert werden und männliche Ferkel die ohne Beteubung kastriert werden, damit ihr Fleisch nicht nach Eber schmeckt. Wenn ich so etwas sehe werde ich sehr traurig und schäme mich beinahe zur Rasse Mensch zu gehören. Sind wir doch die grausamsten Tiere von allen!

 

Ich mag Schnitzel. Ich mag allerdings auch Schweinchen, Kühe und überhaupt alle Tiere, wenn sie lebendig sind und die Möglichkeit haben ein artgerechtes, langes und glückliches Leben zu  leben. Zuhause essen wir ganz bewusst wenig Fleisch und ernähren uns schon so das wir viel Obst und Gemüse essen. Im Sommer bauen wir viel im eigenen Garten an. Dennoch hatte ich das Gefühl es reicht einfach nicht. Also wollte ich mal schauen wie es ist, sich ganz veggi zu ernähren. Würde mir überhaupt etwas fehlen?

 

Fleisch wird in Supermärkten teilweise günstiger angeboten als Gemüse. Tiere sterben qualvoll um für 1,99 pro 500g. als Hack verkauft zu werden. Dann essen die Menschen es nicht auf und es landet im Müll.... und dafür der Tot? Ist es okay das wir Menschen entscheiden das ein Schweineleben so wertlos ist? - NEIN!

Anfangs war es total leicht komplett auf Fleisch zu verzichten. Zum Glück gibt es mittlerweile in den Märkten ein großes Angebot an Obst und Gemüse. Vegetarische Alternativen zu Fleisch aus Soja oder Tofu kommen für mich nicht in Frage. Da sind wieder andere komische Inhaltsstoffe drin. Wie geschrieben "anfangs war es leicht mit dem Verzicht" - dann gab es bei uns Knipp (Bremer Spezialität) mit Bratkartoffeln zum Mittag. Da habe ich echt reingehauen, es ist auch echt lecker. Leider habe ich erst im nachhinein geschnallt das Grützwurst (Knipp) Fleisch enthält. Ich dachte mir "ach einmal cheaten ist ja nicht sooooo schlimm, ab morgen bin ich wieder veggi". Dann ging es wieder ein paar Tage gut bis es Spaghetti Bolognese gab. Tja ... was soll ich sagen "ich liebe Bolognese". Ich bin wieder schwach geworden. Ich habe es geschafft an knusprig gebratenem Bacon vorbei zu gehen, mein Ehemann hat extra etwas auf dem Teller liegen lassen um meine Willensstärke zu testen. Auch türkischer Knoblauchwurst konnte ich wiederstehen - darauf bin ich besonders stolz. Aber bei Bolognese wurde ich schwach. Nach 8 Wochen war mein Verlangen auf ein Schnitzel so groß das sich mir schon der Sabber im Mund sammelte nur bei dem Gedanken daran.

 

Mein Fazit:

Komplett auf Fleisch verzichten kann ich nicht. Dafür esse ich es zu gerne.

Ich habe für mich entschlossen ich bleibe wie ich bin - Flexitarier. Ich esse wenig Fleisch, dafür aber von ausgesuchten Höfen direkt hier in der Umgebung. Mir ist es wichtig das die Tiere Auslauf haben, artgerecht gehalten und ernährt werden und nicht fett gemästet werden. Dafür gebe ich gerne mehr Geld aus, kann dann aber mit gutem Gewissen essen.

 

Wie stehst du dazu?

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Kommentare: 2
  • #1

    Yvonne (Donnerstag, 14 März 2019 13:31)

    Finde ich super! Zieh es weiter durch :)

  • #2

    Dahi Tamara (Freitag, 15 März 2019 21:03)

    Ich bin auch Flexitarier. Habe es ein halbes Jahr vegan probiert, auch aus einem Selbstversuch heraus, der dann zeitlich ausgeartet ist, aber musste wegen diversen Mangelerscheinungen aufhören. Ich denke, wenn man bewusst und moralisch einkauft und nicht das billigste vom billgen in den Einkaufswagen schmeißt, dann geht das auch OK.

    Liebe Grüße
    Dahi Tamara von <a href="http://www.strangeness-and-charms.com/">Strangeness and Charms</a>