· 

Ich war ein Lack-Junkie

Gift auf den Nägeln

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da liebte ich Nagellacke. Ich konnte nicht aus einer Drogerie heraus ohne etwas zu kaufen, wenn es neue Töne in nude, braun, rose oder anderen schimmernden, matten oder ausgefallenen Farben gab. Ich liebte es auch mir die Nägel zu lackieren - alle paar Tage neu. Und damit der Nagellack ein bisschen länger hält, noch ein Unterlack als Basis drunter und ein Überlack zum versiegeln oben drauf.

 

Das letzte Mal habe ich dies 2018 gemacht. Seitdem hat sich meine Einstellung zu vielen Dingen sehr geändert. Ich habe schon vorher bei Pflegeprodukten wie Shampoo, Cremes etc. darauf geachtet das sie Vegan sind und keine schädlichen Substanzen enthalten. Diese kann man mittlerweile mit einigen Apps zum Glück ja sehr leicht aufspüren. Bei Nagellack hatte ich mir darum vorher nie Gedanken gemacht. Dann kam der Minimalismus in mein Leben und ich fragte mich: "brauche ich wirklich 42 Flaschen Nagellack?" Die Antwort war ganz eindeutig NEIN. Also wollte ich die guten Stücke verschenkne und nur 5 Flaschen behalten. In einem Forum machte mich eine junge Lady darauf aufmerksam das ja auch in Nagellack Gift steckt, und das nicht ohne, also recherchierte ich und war geschockt.

 

 

Nagellack ist kein so harmloses Beauty-Produkt wie man denkt. Wer oft Lack trägt, kann unter Umständen gesundheitliche Schwierigkeiten bekommen - bis zu Fruchtbarkeitsproblemen. Der handelsübliche Nagellack, der seit den 30er-Jahren als Nebenprodukt auf der Basis von Autolacken weiterentwickelt wurde, gehört heute zur Beautyroutine vieler Frauen. So war es ja auch bei mir.

 

Welche Inhaltsstoffe sind besonders gefährlich?

Obwohl Studien die Bedenklichkeit mancher Stoffe bestätigen, sind sie dennoch laut Kosmetikverordnung erlaubt, natürlich teilweise nur in geringen Mengen. Dennoch zeigt ein Blick auf die mögliche Wirkung von einem herkömmlichen „Nail-Polish“ nichts Gutes.

  • Toluol: Dieses Lösungsmittel darf eigentlich nicht in Kosmetika verwendet werden, für Lacke gilt das allerdings nicht. Hier besteht das Risiko von Allergien, Nieren-, Leber- und Nervenschäden. Zusätzlich wird Toluol als fruchtschädigend und fortpflanzungsgefährdend eingestuft.
     
  • Phthalate: Sie sind Weichmacher, die ein Absplittern des Lacks verhindern und ihn elastisch machen. Diethylhexylphthalate (DEHP) und Dibutyl Phthalate (DBP) sind zwar für Kosmetika verboten, als Hilfsstoffe sind sie jedoch zulässig. Sie stehen im Verdacht, erbgutschädigend zu sein.
     
  • Campher: Auch hierbei handelt es sich um einen Weichmacher. Normalerweise ist er nur in geringen Mengen enthalten, kann aber in größeren Mengen zu Übelkeit und Verwirrtheit führen.
     
  • Formaldehyd: Dieses kann krebsauslösend sein und kann zu Atemwegs-, Haut- und Augenreizungen führen. Formaldehyd wird als Nagelhärter eingesetzt.

Eine aktuelle Studie der „Duke University“ warnt außerdem vor Triphenylphosphat (TPHP). Denn in der Studie konnte nachgewiesen werden, dass dieser Stoff gesundheitsschädlich ist. Er wurde in rund 1500 von 3000 untersuchten Nagellacken gefunden. Als Weichmacher sorgt er für langen Halt und Flexibilität. Dennoch konnte bestätigt werden, dass TPHP in den Körper diffundiert. Er konnte ab etwa zehn Stunden nach dem Auftragen im Urin festgestellt werden. Allerdings ist noch nicht vollständig geklärt, welche Auswirkungen TPHP auf den Menschen hat. Es wird vermutet, dass eine Gewichtszunahme begünstigt werden kann.

 

Was ist Formaldehyd genau?

Unter den gefährlich eingestuften Inhaltsstoffen fällt häufig der Name Formaldehyd. Formaldehyd besitzt die Wirkung, dass es Stoffe vernetzen kann. Auf diese Weise werden sie fest und widerstandsfähig. Die Substanz wird außerdem in Nagelhärtern und Haarglättungsmittel eingesetzt.

Formaldehyd kann nachweislich Krebs auslösen. Zusätzlich besitzt es auf die Haut eine stark reizende Wirkung und kann Allergien auslösen. In Kosmetika wird Formaldehyd entweder pur oder in Form von Abspaltern eingesetzt. Besonders Nagelhärter enthalten leider meistens Formaldehyd. Du solltest beim Lackieren der Nägel in Zukunft gut darauf achten, denn die Substanz kann krebserregend sein. 

 

Ich habe mich dazu entschlossen nur noch Naturkosmetik Nagellack zu nutzen und habe dann im letzten Jahr drei Flaschen gekauft und zwar von den Marken: Benecos, Kester Black und Logona. Mein Konsum hat sich dadurch sehr eingeschränkt und die Nagellacke die ich habe nutze ich, aber nicht mehr so häufig wie früher.

 

Mittlerweile finde ich meine Nägel im Natur-Style auch irgendwie hübscher.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0